Bildungsreise nach Prag

Auf den Spuren der Wurzeln des Antisemitismus
Vier Tage lang begaben sich 13 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen auf eine eindrucksvolle Bildungsreise nach Prag. Im Mittelpunkt stand das Thema „Wurzeln des Antisemitismus“, das aus historischer, kultureller und persönlicher Perspektive beleuchtet wurde. Die Reise fand in einem internationalen Rahmen statt: Insgesamt nahmen neun Schulen aus Deutschland, Tschechien und der Slowakei teil, was den interkulturellen Austausch besonders bereicherte.
Ein wichtiger Bestandteil des Programms war die aktive Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler. In internationalen Gruppen erarbeiteten sie Inhalte und präsentierten ihre Ergebnisse auf Englisch. Diese Präsentationen förderten nicht nur das fachliche Verständnis, sondern auch die sprachlichen Kompetenzen und die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg.
In Prag selbst erhielten die Teilnehmenden durch eine fachkundige Stadtführerin tiefgehende Einblicke in das jüdische Leben der Stadt. Besonders eindrucksvoll waren die Besuche der ältesten Synagoge sowie des Alten Jüdischen Friedhofs, die beide von der langen und bewegten Geschichte der jüdischen Gemeinde zeugen.
Ein weiterer zentraler Programmpunkt war die Exkursion nach Theresienstadt. Die Führungen durch das ehemalige Ghetto und Konzentrationslager konfrontierten die Schülerinnen und Schüler mit den grausamen Folgen von Antisemitismus und Ausgrenzung. Eine bewegende Gedenkfeier auf dem jüdischen Kinderfriedhof bot Raum für stille Reflexion und gemeinsames Erinnern.
Auch religiöse und kulturelle Erfahrungen wurden ermöglicht: Die gemeinsame Begehung des Sabbats gab den Teilnehmenden die Gelegenheit, jüdische Traditionen und Rituale kennenzulernen und deren Bedeutung besser zu verstehen.
Die Bildungsreise nach Prag war für alle Beteiligten eine intensive und prägende Erfahrung. Sie hat nicht nur historisches Wissen vermittelt, sondern auch das Bewusstsein für die Bedeutung von Toleranz, Respekt und Menschlichkeit gestärkt.